Israel im November

Adler und Akaziengrasmücke - Überwinterer und eine der seltensten einheimischen Vogelarten waren die Haupt-Ziele meiner jüngsten, rund zweiwöchigen Recherche-Reise nach Israel zwischen Ende Oktober und Mitte November.

Akaziengrasmücken der Unterart negevensis, die nur das Arava-Tal auf jordanischer und israelischer Seite bewohnen, haben in den vergangenen Jahrzehnten einen dramatischen Bestandseinbruch erlitten und sind mittlerweile so selten, dass um ihr Überleben gefürchtet wird. Während meiner Suche fand ich drei Reviere in zwei Wadis im oberen Arava-Tal. Während zwei  davon im Naturschutzgebiet Shezaf wohlbekannt sind, war das dritte Gebiet bislang nicht bekannt - eine positive Überraschung, die hoffen lässt, dass sich in entlegenen, von Akazien bestandenen Wadis noch das ein oder andere unentdeckte Paar dieses scheuen Vogels weitgehend unbemerkt hat halten können.

Um die östlichen Adlerarten zu beobachten und zu fotografieren, ist das Hula-Tal im Norden Israels, an den Grenzen zum Libanon und Syrien, sicher eines der besten Gebiete in der gesamten Westpaläarktis. Bis zu 35 Schelladler und 15 Kaiseradler überwintern auf relativ kleinem Raum, hinzu kommen einzelne überwinternde Schreiadler, dazu Merline, Wiesenweihen, Wanderfalken und gelegentlich Zwergadler. Die Adler finden unter den 30.000 hier rastenden Kranichen immer ein geschwächtes oder bereits totes Tier zur Nahrung. 

Um die extrem scheuen Vögel aus der Nähe zu fotografieren, sind ein gut getarntes Versteck und ein Köder - bevorzugt ein toter Kranich oder wie hier, Kranich plus Kleinvogel - unentbehrlich.

Auf dem Weg vom extremen Süden ins Hula-Tal entstanden auf Zwischenstopps noch einige Bilder von Flughühnern und anderen Arten. Viel Spaß beim Betrachten.

Wie immer bedanke ich mich bei meinen Freunden von der Israelischen Ornithologenvereinigung für die Unterstützung.

 Aufbau des Köderplatzes im Hula-Tal, im Hintergrund die Golan-Höhen