Israel im Frühjahr 2010

 Eindrücke einer knapp vierwöchigen Israel-Reise zum Höhepunkt des Frühjahrs-Vogelzugs. Anhaltende Regenfälle im Winter haben selbst in den üblicherweise trockensten Wüstengebieten Ströme und Wadis in ein grünes Band verwandelt. Der Vogelzug, insbesondere von Singvögeln, verlief deshalb weitaus weniger konzentriert als in den vergangenen Jahren. Sonst relativ verbreitete Arten wie Maskengrasmücke, Ortolan und Grauortolan traten an den traditionellen Plätzen im Arava-Tal nur in geringer Individuen-Zahl auf. Wer bereit war, in den entlegeneren Gebieten des Negev-Plateaus abseits der bekannten Pfade zu suchen, wurde in diesem Frühjahr aber mehr als entschädigt. Das grünste Frühjahr seit mehr als einem dutzend Jahren führte zu einer Invasion seltener und unregelmäßiger Brutvogelarten, insbesondere Lerchen: Erstmals seit dem Jahr 2000 besteht Brutverdacht für Knackerlerchen in Israel; Dutzende, möglicherweise mehr als 100 Paare sind auf dem Negev-Plateau anzutreffen. Ähnlich spektakulär sind die Nachweise von sechs bis sieben revierhaltenden Einödlerchen und Dutzender Fahlsperling-Reviere.