Nord- und Südisrael im Frühwinter - 12.-21. November 2020

10-Tages-Birdlife-Reise Nordisrael und Südisrael im Frühwinter

Datum: 12. -21. November 2020

Preis: 2850 Euro im DZ, Einzelzimmerzuschlag 560 Euro

Im Preis inbegriffen: Alle Transporte ab und und bis Flughafen Ben Gurion Tel Aviv im eigenen ständig verfügbaren Tour-Minibus, 9 Übernachtungen in guten Hotels, 3 Mahlzeiten pro Tag, individuelle deutschsprachige Betreuung und Führung durch Thomas Krumenacker, ein weiterer Ornithologe von Birdlife Israel als ständiger Führer, alle Eintrittspreise in Nationalparks, Führer in Jerusalem. Veranstalter der Reise: Birdlife Israel)

Israel im Frühwinter

Der November ist in Israel ein Monat des Übergangs: Immer noch findet Vogelzug in größerem Ausmaß statt und gleichzeitig beziehen viele der hier überwinternden europäischen Vogelarten ihre Winterreviere. Zu den großen Zahlen von Rosapelikanen und Kranichen gesellen sich im Norden und in der Mitte des Landes Hunderte von Schwarzstörchen und Tausende verschiedener Reiher- und Ibisarten. Auch Fisch- und Armenienmöwen treffen jetzt ein. Ebenso wie die  in ihren Brutgebieten extrem seltenen Großgreifvögel wie Würgfalke, Kaiser- und Schelladler, die  im Überwinterungsgebiet viel leichter zu beobachten sind. Der November ist auch der Monat der Ankunft sehr großer Zahlen europäischer Singvögel: Lerchen, Pieper, Stelzen und Blaukehlchen sind präsent. Das ganze Jahr über anwesend sind viele der einheimischen Besonderheiten wie Jerichonektarvogel, die fünf Flughuhnarten, Steppenkragentrappe, Einödgimpel oder Saharaohrenlerche. Aber auch viele einheimische Zugvogelarten wie Smaragdspinte sind noch nicht abgezogen. Schließlich ist der November für europäische Besucher wegen der Temperaturen ein idealer Reisezeitpunkt: Die Gluthitze des Sommers ist jetzt angenehmen europäischen Spätfrühlingstemperaturen gewichen. 

 

Unsere Reise-Philosophie

Wir werden auf unserer Reise viele verschiedene Vogelarten sehen, aber wir eilen nicht von einer Art zur nächsten. Das Erleben, Genießen und Verstehen steht im Vordergrund. Wir nehmen uns die Zeit, die Natur zu erleben und die Eindrücke in uns aufzunehmen. Wir erleben den Vogelreichtum des Nahen Ostens und bekommen zugleich in Kontakt mit den Akteuren des Vogelschutzes tiefe Einblicke in die Bemühungen zum Schutz "unserer" Brutvögel im Herzen ihrer Zugroute. Die Betreuung durch Thomas Krumenacker - Autor von "Vögel in Israel" - und einen weiteren Ornithologen von Birdlife Israel garantiert die fachlich bestmögliche Betreuung und ermöglicht zugleich, intensiv auf die individuellen Bedürfnisse jedes und jeder einzelnen Teilnehmers und Teilnehmerin eingehen können. Mit ihrer Teilnahme leisten unsere Tour-Gäste einen unmittelbaren Beitrag zum Zugvogelschutz, denn alle Überschüsse fließen zu 100% in die Projekte von Birdlife Israel.

Der Reiseplan im Detail: 

 

Tag 1 - 12. November 2020: Die Mittelmeerküste und die Teiche von Maagan Michael

Abholung der Gruppe am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv durch Thomas Krumenacker und einen weiteren Top-Ornithologen von Birdlife Israel. Fahrt Richtung Norden zur Mittelmeerküste zwischen Tel Aviv und Haifa nach Maagan Michael. Dieses Gebiet ist durch seine großflächigen Fischteiche unmittelbar an der Küste bekannt, die ein Anziehungspunkt für Zugvögel und residente Arten gleichzeitig sind. Hier können wir eine sehr große Individuenzahl verschiedenster Vogelarten erwarten. Darunter alle drei im Nahen Osten vorkommenden Eisvogelarten (Eisvogel, Braunliest, Graufischer), viele Schwarzstörche, Silber- und Seidenreiher, Löffler und Braunsichler. Wir werden unsere ersten Rosapelikane sehen und nach den gerade angekommenen Fisch- und Armenienmöwen Ausschau halten. Auch eine große Zahl von Watvogelarten erwartet uns. Nach dieser ausführlichen Kennenlern-Tour fahren wir weiter in das berühmte Hula-Tal nahe der Grenze zum Libanon. Hier checken wir in den komfortablen Guesthoueses von Gonen ein, die unsere Basis für drei Nächte sein werden. 

 

Tag 2 - 13. November 2020:  Das Hula-Tal

Heute erkunden wir das Hula-Tal, eines der wichtigsten Feuchtgebiete im gesamten östlichen Mittelmeerraum. Ohne die Rast hier könnten die letzten langstreckenziehenden Kraniche Europas und die gesamte Population des Rosapelikans in Europa ihren kräftezehrenden Zugweg nach Afrika nicht bewältigen. Viele andere Feuchtgebiete entlang ihrer Zugroute sind zerstört und so wird das Hula-Tal immer bedeutender für das Überleben ganzer Arten. Den Morgen über verbringen wir mit Beobachtungen in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten und in einigen  aufgegebenen Fischteichwirtschaften. Wir können zahlreiche Wasservogel- und Greifvogelarten erwarten und natürlich Pelikane und Kraniche. Am Nachmittag besuchen wir das Naturschutzgebiet Hula, das älteste Naturschutzgebiet Israels. In den schilf- und papyrusgesäumten Wasserläufen leben Vogelarten wie der Stentorrohrsänger, Mariskenrohrsänger und Cistensänger. Auch europäische Arten wie Blaukehlchen, Eisvogel und Beutelmeise überwintern hier. Zum Tagesausklang erleben wir den Einflug von Weihen und anderen Greifvögeln an ihren Schlafplatz. Die Nacht verbringen wir in Gonen.
 

Tag 3 - 14. November 2020:  Ein Tag im Hula-Park

Wir stehen früh auf, um eines der beeindruckensten Schauspiele zu erleben, das der Vogelzug zu bieten hat: den hautnahen Kontakt mit Zehntausenden Kranichen  zu Tagesbeginn. Wer glaubt, den Kranichzug bereits zur Genüge erlebt zu haben, wird hier eines besseren belehrt. Nirgends ist man so Teil des Geschehens wie hier. Wir werden Tausende Kraniche  meternah in unserem "Mobile Hide", einem Traktor-Anhänger mit Sitztribüne, erleben, die mit ohrenbetäubenden Rufen in den Tag starten. Nach dem Frühstück verbringen wir den  Rest des Tages im Gebiet, das auch ein wichtiger Greifvogel-Überwinterungsplatz von internationaler Bedeutung ist. Wir hoffen auf eine erste Begegnung mit dem  weltweit vom Aussterben bedrohten Schelladler. Die Nacht verbringen wir in Gonen.

Tag 4 - 15. November:  See Genezareth aus der Vogelperspektive 

Nach dem Frühstück machen wir uns auf "biblischem"  Weg nach Süden. Am Ostufer des Sees Genezareth entlang, erklimmen wir die Golanhöhen zum Berg Susita, von dem wir bei klarer Sicht einen atemberaubenden Blick über den See und die ihn umgebende Hügellandschaft von Galiläa haben. Uns interessieren natürlich vor allem die Vögel und von denen gibt es hier, im Verbindungskorridor von den südlichen Golanhöhen zum Jordantal, einige sehr interessante: Das Gebiet ist die Heimat des Langschnabelpiepers, eines eindrucksvollen Singvogels mit einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet. Es ist zudem Überwinterungsgebiet für Steinschmätzer, darunter den Felsensteinschmätzer. Von hier fahren wir weiter nach Süden in das Bet-Shean-Tal.

Das tiefgelegene Tal entlang des Jordan ist eines der vogelreichsten Gebiete Israels, vor allem wegen seiner zahlreichen Fischzuchten, die die früheren Sumpfgebiete entlang des Jordan "ersetzen". Den Nachmittag verbringen wir in der Umgebung des Kibbutz Kfar Ruppin, dem Zentrum der ornithologischen Aktivitäten im Jordantal. Weißflügelgimpel, Moabsperling und Zitronenstelze sind einige der Arten, nach denen wir Ausschau halten. Die Nacht verbringen wir in Kfar Ruppin.

 

Tag 5 - 16. November:  Bet-Shean-Tal 

Den Tag widmen wir der Vogelbeobachtung in verschiedenen Fischteichgebieten im Bet-Shean-Tal. Wir erwarten Beobachtungen  vieler Braunlieste, Graufischer, Eisvögel, Schwarz- und einige Weißstörche, Pelikane, Reiher der unterschiedlichsten Arten, verschiedenen Möwen- und Entenarten, Watvögel (Teichwasserläufer, Kampfläufer, verschiedene Strandläuferarten, Spornkiebitz, Stelzenläufer) und Greifvögel. Auch hier dürfen wir auf Beobachtungen von Schelladlern und der in zunehmender Zahl in Israel überwinternden Fischadler rechnen.  In der Dämmerung machen wir noch einen kurzen Ausflug, um nach interessanten Säugetieren zu sehen: Wir haben Chancen auf Begegnungen mit dem "Luchs des Nahen Ostens", der Rohrkatze, Goldschakalen, Mungos,  und dem Weißschwanz-Stachelschwein. Die Nacht verbringen wir in Kfar Ruppin. 

 

Tag 6 -17. November 2020: Entlang des Rift Valleys zum Toten Meer

Nach dem Frühstück machen wir uns auf in Richtung Süden zum Toten Meer. Die Fahrt geht entlang des Rift-Valleys und wir passieren spektakuläre Landschaften der Judäischen Wüste. Wir werden unsere ersten Eindrücke vom "Desert-birding" bekommen und sollten auf Arten wie Smaragdspint, Steinlerche und Schwarzschwanz treffen. Mit etwas Glück sehen wir auch Kaptäubchen. Wir besuchen auch einige schöne Canyons und Aussichtspunkte über das Tote Meer, dem tiefstgelegenen See auf der Erde. Wenn wir abends noch Zeit und Energie finden, können wir noch nach Ziegenmelkern und Streifenohreule Ausschau halten, die hier überwintern. Die Nacht verbringen wir in einem Guesthouse oberhalb des Toten Meeres.

 

Tag 7 - 18. November 2020: Totes Meer und Umgebung

Wir gönnen uns einen vollen Tag in der spektakulären Kulisse des Toten Meeres. Der Salzsee schrumpft als Folge von Klimawandel und Mineralienausbeutung kontinuierlich und hinterlässt auf seinem Rückzug eindrucksvolle Steinlandschaften. Wir schauen nach einigen gefiederten Spezialitäten dieser Region wie Tristramstar, Moabsperling, Wüsten- und Borstenrabe, Saharasteinschmätzer und Wüstenammer. In der Umgebung des Ein-Gedi-Nationalparks unternehmen wir eine kleine Wanderung auf der Suche nach Nubischen Steinböcken, Klippschliefern und Vogelarten wie Wüstenprinie, Schuppen- und Brillengrasmücke, Wüstengimpel und mit Glück Einödgimpel. Nacht im Guesthouse.

Tag 8 - 19. November 2020: Jerusalem 

Nach einem zeitigen Frühstück fahren wir nach Jerusalem, um das  Jerusalem Bird Observatory (JBO) zu besuchen. Das JBO ist das einzige Vogelobservatorium der Welt auf dem Gelände eines Parlaments. Wir nehmen an einer Beringung teil und informieren uns im Gespräch mit Experten über Vogelschutzprojekte und -herausforderungen im Nahen Osten. Im Anschluss unternehmen wir eine Tour durch Jerusalem, einschließlich der Altstadt, der Klagemauer und dem Felsendom. Anschließend starten wir Richtung Negev. Nacht in einem Hotel in Mitzpe Ramon. 

 

Tag 9 - 20. November 2020: Sinai-Wildnis bei Nizzana

Wir brechen früh (mit gepacktem Frühstück) in Richtung Nizzana an der Grenze zu Ägypten auf, um bei Sonnenaufgang nach den besonderen einheimischen Wüstenvoglearten Ausschau zu halten: Steppenkragentrappe, Rennvogel, Sand- und Kronenflughuhn sowie  der nahöstliche Verrteter des Steinkauzes stehen oben auf unserer Wunschliste für den Tag. Auch verschiedene Säugetierarten wie Dorkasgazellen können wir erwarten und mit Glück bekommen wir einen Arabischen Wolf zu Gesicht.

Nach einem Mittagessen fahren wir in die Region um Sde Boker in der Negev. Hier erwarten uns weitere typische Arten: Smaragdspint, Schwarzschwanz, Schwarzrückensteinschmätzer und Saharasteinschmätzer sollten wir aus der Nähe zu Gesicht bekommen. Wir besuchen den Ovdad-Canyon und hoffen auf Begegnungen mit den hier lebenden Gänsegeiern und dem lokalen Brutpaar des Habichtsadlers. Die Nacht verbringen wir in unserem Hotel in Mitzpe Ramon.

Tag 10 - 21. November 2020: Westliche Negev und Fahrt zum Flughafen

An unserem letzten Tag besuchen wir die landwirtschaftlichen Gebiete in der westlichen Negev, die ein wichtiges Überwinterungsgebiet für europäische Sing- und Greifvögel sind. Das Gebiet ist weltweit eines der wenigen, wo die vom Aussterben bedrohten Steppenkiebitze nicht nur als Einzelvögel, sondern in kleinen Gruppen zu beobachten sind. Wir suchen nach ihnen und den anderen Besonderheiten wie Kalandarlerche, Kaiseradler oder Würgfalke.  Auf dem Weg zum Flughafen machen wir noch einen Abstecher zu den Wasserreservoiren im Judäischen Tiefland, an denen weltweit eine der größten Zahlen der bedrohten Weißkopf-Ruderente überwintert. Am Flughafen Tel Aviv endet am späten Nachmittag unsere Reise.